AUE | MARIANNE

 

 

„Ich baue meine Bildtafeln, ich male sie nicht“

 

Marianne Aue

Marianne Aue, geboren 1932 in Freudenthal (heutiges Brúntal, Tschechien) studierte an der Werkkunstschule in Krefeld bei dem Bauhaus-Schüler Gerhard Kardow und arbeitete in der Folge als Entwerferin für die heimische Industrie.

Ihr freischaffendes künstlerisches Œuvre ab den 1960er-Jahren besteht neben Monotypien aus den charakteristischen Reliefs.Diese basieren auf einer Grundplatte, auf der Rundstäbe konstruktiv oder seriell montiert und monochrom eingefärbt wurden. Aues Reliefs treten aus dem Bild in den Raum hervor und brechen dabei gezielt das Licht, das zu einem bildgestaltenden Medium wird. Die Formen verdichten sich, lösen sich auf und gestalten Strukturen. Im Neben- und Übereinander eröffnen sich dreidimensionale Gebilde, die den Betrachtenden zu näherer Beschäftigung einladen. Der Blick wird horizontal, vertikal und diagonal über die Bildebene geführt und die verschiedenen Ebenen werden subtil gegeneinander ausgespielt.

Bereits Ende der 1960er-Jahre hörte Marianne Aues aktives Kunstschaffen auf. Lange Zeit aus dem Blickfeld der Kunstwelt gerückt, verstarb sie 2016 in Opladen. Aktuell erfährt ihr Werk jedoch erneute Aufmerksamkeit. Das Märkische Museum Witten präsentierte in der Ausstellung „Revision einer Sehschwäche“ 2021/22, die ausschließlich mit Exponaten von Künstler:innen, den „Gender Gap“ in der Kunstwelt thematisierte, ein Relief Aues.