Quinte | Lothar

 

Der 1923 geborene Lothar Quinte war ein deutscher Maler der Avantgard. Er verstarb im Juli 2000. Er absolvierte schon früh eine Malerlehre in Leibzig und besuchte nach dem Krieg die Kunstschule im Kloster Bernstein.

Quinte verzichtet in seinen Gemälden auf jede Form von Gegenständlichkeit. Seine Werke rangieren dabei von abstrakt-expressiven Formen, die mit einem gestischen Duktus aufgetragen wurden, über geometrisch Farbflächen zu Gemälden, die sich zum Raum hin öffnen. Quinte bleibt sich in der Technik stets treu. Er malt die Farbe in sehr dünnen, durchscheinenden Schichten auf zumeist ungrundierte, grob gewebte Leinwände, deren Struktur sichtbar bleibt. Durch Auswischungen mit einem feuchtem Pinsel legt er anschließend wieder hellere Schichten frei. Grob gefasertes Japanpapier erzielt in seinen graphischen Arbeiten vergleichbare haptische Qualitäten.

„Frei von semantischer Belastung, erkennbar ohne figurativ zu sein, und letztlich auch unbelastet von tradierten Symbolen, kann der Kunstfreund – und das ist Wunsch und Wille des Künstlers – ein kommunikatives, intellektuelles und emotionales Verhältnis mit dem Werk eingehen. ‚(…) der Künstler bietet sein Werk als Kreuzung zwischen ihm und dem Betrachter an. Das Gemälde wird offen, es spricht eine universelle, optische Kommunikation an‘ (18). Etwas vereinfacht gesagt, zur vollen Entfaltung der Kunst von Lothar Quinte bedarf es der Teilnahme des Betrachters.“ – Rudij Bergmann in „Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst“